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Die Geschichte der Hofstetter Mühle
1959 war für die Hofstetter Mühle beinahe das Ende. Prinz Max zu Fürstenberg, dem das Anwesen bei Heiligenberg damals gehörte, hatte der dort lebenden Familie Nesensohn nahegelegt, auf einen anderen Hof umzuziehen. Das Gebäude sollte abgerissen werden. Doch der Prinz starb, bevor es dazu kam, und die Mühle blieb stehen. Wie so häufig in ihrer Geschichte überlebte sie durch einen glücklichen Zufall.
Um die Geschichte der Hofstetter Mühle kennenzulernen, lohnt sich ein Blick zurück, bis ins Jahr 1325.
Der erste Beweis: 1325 und das Kloster Salem
Die früheste urkundlich belegte Erwähnung der Hofstetter Mühle stammt aus dem Jahr 1325. Im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv in Donaueschingen liegt eine Urkunde, in der Graf Hartmann von Werdenberg dem Kloster Salem die Besitzrechte an einem Gut bestätigt, das damals als „zer Hofstat" bezeichnet wurde. Der Graf erklärte das Anwesen für rechtmäßig und stellte es unter seinen persönlichen Schutz.
Albert Krieger erwähnte das Dokument 1904 in seinem Topographischen Wörterbuch. Außerdem taucht es in zwei Bänden des Fürstenbergischen Urkundenbuchs (FUB) auf, Band 2 und Band 5. Für eine Mühle in Heiligenberg ist das eine bemerkenswert dichte Quellenlage.
Sieben Jahrhunderte in Schrift und Stein
Die Jahrhunderte nach 1325 haben viele Dokumente hinterlassen, die zeigen, wie kontinuierlich die Hofstetter Mühle bewirtschaftet und rechtlich abgesichert wurde. 1523 wird ein Lehenbrief ausgestellt, in dem ein Pachtverhältnis an dem Gut geregelt wird. Als Empfänger ist „Jacob Jns Marx der Jüngere" eingetragen. Solche Dokumente entstanden nicht durch Zufall, sondern weil das Anwesen über Generationen hinweg als etwas galt, das es zu erhalten lohnte.
1795 schickt die fürstliche Regierung jemanden, der den baulichen Zustand der Mühle begutachtet. Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Die Gebäude und Mahlgänge sind in schlechtem Zustand, eine vollständige Instandsetzung würde 494 Gulden kosten. Der Regierungs- und Hofkammer-Rat zu Donaueschingen erwägt, das Anwesen aufzugeben, entscheidet sich dann aber doch dagegen. Ein Abriss, so der Beschluss, wäre nicht gerechtfertigt.
Im Jahr 1875 entsteht ein technischer Grundriss der gesamten Anlage, der das Anwesen maßstabsgetreu festhält. 1889 schließt die Großherzogliche Verwaltung in Sigmaringen einen öffentlichen Bauvertrag ab, der umfangreiche Reparaturen und Neubauten am Hofgut regelt.
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts taucht die Hofstetter Mühle auch im Salemer Boten auf. 1898 wird dort ein junger Knecht gesucht, der die vier Pferde des Hofes pflegen soll. Elf Jahre später, 1909, erscheint eine ähnliche Anzeige. Und von 1913 bis 1919 wird auf dem Gelände sogar ein Freibad errichtet. Eine 6er-Karte für Erwachsene kostet damals nur 1 Mark. Das zeigt, wie lebendig das Gut schon damals gestaltet wurde.
Das Erbe, das beinahe verschwand
Zwischen den Weltkriegen wandelt sich die Hofstetter Mühle vom Mühlenbetrieb zum Bauernhof. Gabriel Nesensohn aus Friedrichshafen übernimmt das Anwesen und bewirtschaftet es als landwirtschaftlichen Betrieb. Nach seinem Tod 1944 führt sein Sohn Gabriel den Hof weiter.Zwischen den Weltkriegen wandelt sich die Hofstetter Mühle vom Mühlenbetrieb zum Bauernhof. Gabriel Nesensohn aus Friedrichshafen übernimmt das Anwesen und bewirtschaftet es als landwirtschaftlichen Betrieb. Nach seinem Tod 1944 führt sein Sohn Gabriel den Hof weiter.
In dieser Zeit gehört das Anwesen dem Fürstenhaus. Prinz Max zu Fürstenberg legt der Familie Nesensohn schließlich nahe, nach Ringgenweiler umzuziehen. Das Gebäude soll abgerissen werden. Dass es dazu nicht kommt, liegt einzig am plötzlichen Tod des Prinzen im Jahr 1959. Das Hofgut bleibt ein weiteres Mal erhalten und wird danach zunächst für die Geflügelzucht genutzt, und dient dann als zuhause für eine Waldarbeiterfamilie die den Hof bis zu ihrem, kurz aufeinander folgenden Tod bis 1972 bewohnt.
Für etwa ein Jahrzehnt steht die Mühle leer. Um 1980 kauft der Eutiner Kaufmann Harald Löffler das Grundstück. Seine Tochter Maria und ihr Mann Egon Egenolf ziehen ein und beginnen damit, das über Jahrhunderte gewachsene, stark verfallene Anwesen zu sanieren.
Neuanfang auf alten Mauern: Die Gärtnerei entsteht
Die Sanierung der Hofstetter Mühle ist keine kleine Aufgabe. Maria und Egon Egenolf arbeiten das Anwesen Schritt für Schritt auf. Es entstehen die ersten Anbauflächen für hochwertiges Demeter-Gemüse und mehrere Gewächshäuser und fünf Kinder wachsen auf dem neu zum Leben erwachten Hof auf. Aus dem verfallenen Gut wird die Gärtnerei Hofstetter Mühle in Heiligenberg.
Zu Beginn des 21. Jahrhunderts kommen die ersten Bambuspflanzen auf das Gelände. Das Sortiment wächst, und mit ihm die Bekanntheit des Betriebs. Aus der Gärtnerei Hofstetter Mühle wird Bambuswald Heiligenberg, ein Name, der sich in der Region und darüber hinaus etabliert.
Auf dem Gelände entsteht außerdem ein japanischer Garten mit Torii-Tor, Buddha-Statuen, Kieswegen und einem Teich mit Koi-Fischen. Viele Besucher kommen seither nicht mehr nur wegen der Pflanzen, sondern um den Ort selbst zu erleben.
Anfang der 80er stand am Rande des Baches nur ein einsames Hüttchen aus Holz.
20 Jahre in 2 Bildern - Der Pavillon und der Teich verwandeln dieselbe Stelle Anfang 2000 in ein beeindruckend prunkvolles Stück Paradiesgarten.
Die Hofstetter Mühle heute
Heute betreibt die Familie Egenolf in der nächsten Generation unter der Leitung der jüngsten Tochter Allmut Egenolf, auf dem Gelände der Hofstetter Mühle eine Bambus-Fachgärtnerei, die ihre Pflanzen und Produkte als Gärtnerei Hofstetter Mühle in alle Welt verschickt. Das Sortiment umfasst Bambuspflanzen für Hecken und Sichtschutz, mediterrane Pflanzen, Kräuter-, Wild und Wasserpflanzen sowie Steinfiguren aller Art und Dachbegrünungspflanzen in großer Varietät.
Wer das Gelände besucht, erlebt einen Ort, der trotz allem noch steht: trotz des Gutachtens von 1795, trotz der Abrissplanung von 1959, trotz der langen Jahre des Leerstands. Die Geschichte der Hofstetter Mühle reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Was die Familie Egenolf daraus gemacht haben, lässt sich am besten vor Ort erleben.
Entdecken Sie unser Sortiment und bringen Sie ein Stück Hofstetter Mühle in Ihren Garten.